Wer Parkett schleifen lässt oder selbst Hand anlegen möchte, stößt schnell auf den Begriff „Körnung“. Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten – die falsche Körnung kann einen Boden ruinieren oder zumindest das Ergebnis deutlich verschlechtern. In diesem Ratgeber erklären wir, was Körnung beim Parkett schleifen bedeutet und welche Körnung wann zum Einsatz kommt.
Was ist die Körnung beim Parkett schleifen?
Die Körnung beschreibt die Größe der Schleifkörner auf dem Schleifmittel – also wie grob oder fein das Schleifpapier ist. Die Zahl auf dem Schleifmittel steht dafür: Je kleiner die Zahl, desto grober der Schliff. Je größer die Zahl, desto feiner.
| Körnung | Bezeichnung | Wirkung |
|---|---|---|
| 24 – 40 | Sehr grob | Tiefe Schichten, alte Lacke, stark beschädigter Boden |
| 60 – 80 | Mittel-grob | Erste Grundbearbeitung, ebnen |
| 100 – 120 | Mittel-fein | Zwischenschliff, Oberfläche glätten |
| 150 – 180 | Fein | Feinschliff vor der Versiegelung |
| 220+ | Sehr fein | Zwischenschliff zwischen Lackschichten |
Welche Körnung für welchen Zustand?
Stark abgenutzter oder lackierter Boden
Beginnen Sie mit einer groben Körnung (24–40). Sie trägt alte Lack- und Ölschichten schnell ab und ebnet den Boden. Aber Vorsicht: Eine grobe Körnung hinterlässt tiefe Schleifspuren, die in den nächsten Durchgängen wieder geglättet werden müssen.
Danach: Über 60–80 zu 100–120 hocharbeiten.
Normal abgenutzter Boden ohne tiefe Schäden
Hier reicht ein mittlerer Einstieg (60–80). Das spart einen Schleifgang und schont den Boden.
Frisches Holz oder sehr helle Schäden
Mit 100 oder 120 beginnen – kein grober Abtrag nötig, die Oberfläche soll nur geöffnet und vorbereitet werden.
Das Prinzip: Immer von grob nach fein
Beim Parkett schleifen arbeitet man grundsätzlich von einer groben zu einer feinen Körnung. Jeder Schleifgang glättet die Spuren des vorherigen.
Typischer Ablauf bei einem alten Massivparkett:
1. Körnung 40 – Lackabtrag, tiefe Schichten
2. Körnung 60 – Grundebnen
3. Körnung 100 – Oberfläche glätten
4. Körnung 150 – Feinschliff
5. Versiegeln oder Ölen
Wer einen Schritt überspringt, riskiert, dass feine Schleifspuren noch nach der Versiegelung sichtbar sind.
Rand- und Eckbereiche: Andere Körnung nötig?
Ja, oft schon. An den Rändern wird mit einer Kantenschleifmaschine gearbeitet, die aggressiver ist als der Flächenschleifer. Hier empfiehlt sich oft eine etwas feinere Körnung, um keine tiefen Längsriefen zu erzeugen.
Auch der Abschluss-Handschliff in Ecken und unter Heizkörpern erfordert Fingerspitzengefühl und oft feineres Schleifmittel.
Warum das ein Profi besser kann
Für Laien klingt es simpel: grob zu fein, fertig. In der Praxis ist es schwieriger:
- Zu grob gestarten bedeutet zu viel Holz abgetragen – der Boden wird dünner als nötig
- Körnung falsch gewählt → Schleifspuren sichtbar nach dem Versiegeln
- Schleifmaschinen haben unterschiedliche Abtragsleistungen – ein Bandschleifer verhält sich anders als ein Einscheibenläufer
Wer einen wirklich glatten, gleichmäßigen Boden ohne Striemen und Wellen haben möchte, ist bei einem erfahrenen Bodenschleifer besser aufgehoben.
FAQ – Parkett Körnung
Kann man mit der falschen Körnung den Boden ruinieren?
Bei zu grober Körnung kann man zu viel Material abtragen – besonders bei Fertigparkett mit dünner Nutzschicht ein echtes Risiko. Eine zu feine Körnung hingegen ist nur ineffizient, nicht schädlich.
Wie viele Schleifgänge braucht man?
Für einen normal abgenutzten Boden rechnen Sie mit 3–4 Durchgängen. Stark beschädigte Böden können 5–6 Durchgänge benötigen.
Welche Körnung braucht man für den letzten Schliff vor dem Ölen?
Beim Ölen empfiehlt sich eine etwas feinere Oberfläche als beim Versiegeln – oft 150 oder sogar 180. Das Öl zieht besser ein, wenn die Poren offen aber nicht zu grob sind.
Gibt es Unterschiede zwischen Holzarten?
Ja. Hartes Holz (Eiche, Buche) verträgt gröbere Einstiegskörnung besser als weiches Holz (Kiefer, Fichte), das schneller tiefe Rillen bekommt.
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BILDPROMPT für Claude Design
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Nahaufnahme verschiedener Schleifpapier-Stücke mit Körnung 40, 80, 120, 150 nebeneinander
auf einem Holztisch, daneben ein kleines Stück Eichenparkett in verschiedenen Schleifzuständen,
handwerkliche Stimmung, warmes Licht, keine Texte oder Labels im Bild. Format: 1200×628px.
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